Wenn beim Roadtrip nichts schiefgeht, war es kein echter Roadtrip

Schweiz -> Deutschland -> Holland -> Belgien -> Luxemburg -> Schweiz. Dies ist die Geschichte vom Pannendienst, Strassen in anderen Ländern und hochgelobten Städten. Und wieso man es mit der Planung nicht so ernst nehmen sollte.

Die Geschichte beginnt mit einem wunderbaren Samstag Morgen. Wieso dieser Wochentag eventuell nicht so perfekt gewählt wurde, erzähle ich später. Das Reisegepäck ist im Auto verladen und es kann losgehen. Wohin? Köln.

Das Hauptziel der Reise war Amsterdam. Dies ist eine relativ lange Fahrt von Luzern aus. Deshalb haben wir uns entschieden in Köln einen Zwischenhalt zu machen. Wir haben viel von Köln gehört und uns schon gefreut auf das Kölsch und den Dom.

Bei starkem Regen waren wir auf der Autobahn unterwegs. Nach Rust und dem Europapark fiel uns auf, dass wir eigentlich noch nie weitergefahren sind als hier. Immer den Autobahnschildern Richtung Karlsruhe nach. Aber nie ganz nach Karlsruhe.

Wie das Schicksal so will sind bei meinem geliebten Fiat Punto dann die Scheibenwischer ausgefallen. Man muss das echt erlebt haben, bei starkem Regen ohne Scheibenwischer auf der Deutschen Autobahn zu fahren. Zum Glück kam bald eine Ausfahrt – Karlsruhe.

Jeder, der schon einen Fiat besessen hat weiss, dass alle Probleme mit Ab- und Anschalten des Motors gelöst sind. Also um so grösser war der Schock als dies nicht funktionierte. Also zuerst mal der Versicherung anrufen, Pannennothilfe. Meine Versicherung (Zurich) hat mich ganz kalt am Telefon abgewimmelt. „Können wir nichts machen, Sie sind im Ausland.“. Ist ja OK – aber immerhin eine Alternative bieten oder wenigstens kurz die Nummer des örtlichen Pannendienstes raus suchen? Nein. Zum Glück war die Pannenhilfe der Helvetia Versicherung meiner Roadtrip-Genossin viel hilfreicher. In kurzer Zeit war der ADAC vor Ort.

ADAC Böhler

Die Freude verging aber schnell, als der ADAC einen defekten Scheibenwischermotor festgestellt hat und uns bis Montag vertrösten musste. Samstags und Sonntag arbeitet ja keiner und es können auch keine Teile geliefert werden. (Tipp – Unter der Woche reisen, am Wochenende irgendwo bleiben).

Naja Karlsruhe hat ja sicherlich auch etwas zu bieten. „Nö“, sagt der Taxifahrer der uns ins Hotel fährt.

Karlsruhe

Wir wussten rein gar nichts von Karlsruhe. Am Anfang waren wir so beschäftigt in Köln alles abzusagen und neu zu organisieren, dass wir gar nicht wirklich Zeit fanden uns gross zu informieren.

Doch es stellt sich heraus – Karlsruhe ist schön. Eine wirklich nette kleine Stadt mit viel Grün, sehr guten Restaurants und einem Schlösschen.

Nach einer kleinen Erkundungstour am Vorabend, beginnt der Tag im Stadtpark. Der Stadtpark hat einiges zu bieten, wie z.B. ein kleiner Zoo in dem viele ältere Tiere beherbergt werden.

Der hungrige Vogel beobachtet das Füttern der Seelöwen ganz genau
Der hungrige Vogel beobachtet das Füttern der Seelöwen ganz genau

Im Stadtpark lernen wir auch etwas zur Geschichte von Karlsruhe. In etwa das es hier mal einen Karl gab und das er gerne Fahrrad fährt.

Ein Highlight von Karlsruhe waren die Schlosslichtspiele! Das Schloss von Karlsruhe (heute das Badische Landesmuseum) wurde mit ca. 24 Beamern beleuchtet. Hier ein paar Eindrücke:

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Nach 2 Tagen und nachdem wir Karlsruhe gefühlt auswendig kannten, die super Nachricht des ADAC: Wir können weiterfahren!

Amsterdam

Ungefähr fünf Stunden Fahrt trennten uns von Amsterdam. Nach zirka vier Stunden fuhren wir von der rauen deutschen Autobahn auf das Asphalt Paradies in Holland. Kaum in Holland angekommen, hat sich der neue Scheibenwischermotor schon bewährt. Nicht etwa weil es regnete, sondern weil der Bauer sein Tulpenfeld neben der Autobahn bewässerte.

Noch vor Einbruch der Dunkelheit sind wir auf dem Camping Zeeburg angekommen. Dieser Camping ist etwas speziell, da es keine festen Zeltplätze gibt. Es hat einfach zwei Felder wo das Zelt irgendwo hingestellt wird. Natürlich hatten wir das grösste Zelt dabei, dass man noch zu zweit aufbauen kann und es fehlten immer ein paar Zentimeter damit es Platz hatte. Wir durften schlussendlich den „Strand“ benutzen und unser Zelt in absoluter Dunkelheit aufbauen.

Der Strand machte den Wecker am morgen obsolet (um genau 06:00 Uhr sammeln sich da die Enten für ein Konzert der Sonderklasse). Jedoch hat die Aussicht früh am Morgen das wieder gut gemacht.

Aussicht aus dem Zelt heraus
Aussicht aus dem Zelt heraus

Am nächsten Tag stellte sich schnell die Frage „Was macht man bei schlechtem Wetter in Amsterdam wenn man nicht Kifft?“ Naja, eigentlich nichts. Das ist jetzt auch nicht so extrem übertrieben denn der ganze Tourismus ist auf das ausgelegt.

Trotzdem konnten wir einen wunderbaren Nachmittag und Abend mit Heineken erleben. Wir haben die VIP Tour gebucht. Ein kleiner Rundgang, ein Bier, dann ein Bier-Tasting mit Käse und nach dem ganzen Bier neue Freunde für den Abend (und noch mehr Bier). Wer die VIP Tour nicht bucht, hat echt was verpasst.

Am nächsten Tag konnte uns der Amsterdam Dungeon überzeugen. Hier habe ich auch gelernt, dass der Name „Anja“ scheinbar in Holland nicht sehr üblich ist. Die „Witch“ mit dem „Weird Name“ zu sein ist ja auch ganz lustig.

Zurück auf dem Camping erwartet uns ein Zettel am Zelt – Wir sollen doch endlich unser Zelt vom Strand wegnehmen. Haben wir auch gemacht, am nächsten Morgen und sind weiter gefahren.

Tipp für Informatiker: Wer keine Schnur hat kann auch sehr gut ein 5m Ethernet Kabel verwenden um ein nasses Zelt zusammen zu binden.

Weiter gehts, eine zweistündige Reise ins unbekannte Belgien.

Gent

Schon mal was von Gent gehört? Wir auch nicht. Eigentlich wollten wir nach Brüssel. Wir haben dann „Brüssel Walking Tour“ gegoogelt (man will ja was von der Stadt sehen) und sind dann in vielen Foren auf die Gent Free Walking Tour gestossen. Die zweistündige Tour haben wir dann auch gleich nach Ankunft gemacht. Und es war eine der besten Touren die wir bis jetzt miterleben durften.

Auch Gent selber hat uns sehr überrascht. Eine Mittelalterliche Stadt mit viel Charme und viel Bier. Der Funken sprang sofort über als wir aus dem Hotel gekommen sind.

Gent braucht nicht viele Worte, hier ein paar Eindrücke:

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Man kann natürlich nicht von Belgien sprechen ohne Bier zu erwähnen. Bier hatten wir – viele unterschiedliche. Sogar das beste Bier der Welt! Das Delirium Tremens.

Es gab auch viele andere Biere. Aber mein persönlicher Favorit war der Genever. Es gibt ihn in allen Farben und Geschmacksrichtungen. Für 2.50€ gibt es 2cl vom köstlichen Wacholderschnapps. Nach 7.50€ muss man sich dann schon etwas zu Essen besorgen.

Und essen kann man gut in Gent. Es gibt eine ganze Strasse voller unterschiedlicher Restaurants. Auch Sushi Liebhaber kommen auf ihre Kosten – das gibt es nämlich fast schon an jeder Strassenecke. Aber was wäre Belgien ohne Pommes Frites? Kleiner Tipp: Auch wenn ihr Mayonnaise liebt, bestellt lieber ohne Mayo. Meine Hand als Grössenvergleich:

Pommes Frittes mit Mayonaise
Pommes Frittes mit Mayonaise

Die Zeit in Gent war schnell wieder vorbei und wir mussten aufbrechen. Nach Luxembourg.

Auf dem Weg durften wir die wahrscheinlich schlechtesten Strassen in ganz Europa befahren: Die Belgische Autobahn. Alle 50 Meter mindestens ein Schlagloch, der Asphalt auf den Einfahrten war nur noch zur Deko da und der Belag war der Lauteste auf dem ich je gefahren bin.

Naja, das Auto hat es überstanden. (Bis auf ein defektes Kugellager)

Luxembourg

Luxembourg ist klein, teuer und sieht noch schön aus so. Aber grundsätzlich muss ich zugeben, dass sich dieser Stop nicht gelohnt hat (ausser das er die Fahrtzeit nach Hause fast halbiert hat).

Wirklich, wenn man nicht auf die Architektur steht oder gerne 8 Stunden lang den Berg auf und wieder runter läuft, dann ist Luxembourg nichts.

Ab nach Hause

Nach neun Tagen Abenteuer stand nun die Heimreise an. Wir wussten ja, dass die französische Autobahn etwas teurer ist – aber gleich fast 18€ für ca. drei Stunden Fahrt auszugeben war dann schon ein bisschen übertrieben. Zum Glück führte die Strasse durch das schöne Elsass.

Einige kleine Tipps können wir hier mitnehmen, für das nächste Mal:

  • An Wochentagen fahren, am Wochenende bleiben. Man weiss ja nie wann das Auto kaputt geht.
  • Mit der Planung sollte man es nicht so ernst nehmen. Ein Roadtrip ist nichts für Personen die einen strikten Ferienablauf benötigen.
  • Es kann auch zu viel Mayonnaise sein.
  • Wenn man online nichts spannendes über eine Stadt findet, dann ist die auch nicht spannend.
  • Man kann praktisch alles stornieren. Auch wenn es bei der Bestellung heisst, dass es nicht möglich ist! Einfach anrufen.

Es waren tolle, eindrückliche und schöne Ferien. Ich kann jedem empfehlen mal ins Auto zu steigen und grob in eine Richtung zu steuern.

Tales from the IT World – Our Future

So I had a class of about 15 apprentices in IT. It was their first year so most of them were still very lucky to be here and lucky to learn new stuff.
And then there was Tim (name changed).

Tim is 15.
Tim didn’t want to be there. He didn’t want to learn. He had zero interest in IT apart from Let’s Play Youtube Channels and Twitter.

The students had two stations to work from. One to document and research and a lab where they had to patch themselves and install their workstations.
The documentation stations are controlled with a classroom software from which I can turn off the internet on the machines and look at the display from the teacher console.

So after a couple of days of Tim not doing anything at all he was likely to fail if he didn’t start now. I’ve told him several times but he’d done nothing.
So I thought of something different:

STEP 1:
His Twitter feed was quite funny on the projector on front. His Facebook as well. The whole class thought it was funny but Tim didn’t realize he was being published up front. So I closed because I felt a bit ruthless. (How can he not notice?? – Oh well yes he never ever looked up from his monitor the whole course).
STEP 2:
I shut down the internet on his documentation machine.
Tim started to get angry and asked everyone else (they were all in the lab) if they had internet. He got so angry nobody helped him. He sat at another machine that was unlocked and continued surfing.
I shut down his internet there. He went red and angry.
STEP 3:
Tim went to the lab. Angry that the internet was out and happy that the internet still worked there.
I let him surf for a while (just so he doesn’t start throwing tables around) and went to the lab.
I looked at him cheerfully while saying „Tim what does happen if I unplug this patch cable?“. He said „I don’t know.“
I unplugged it.
Tim lost access to the network on his lab machine.

Tim continues to get angry and check his machine if anything is wrong.
… He doesn’t get it that I just have unplugged his cable.

They’re all here voluntary and I’m sure there are so many young adults that would like to be there instead of Tim. This is our future. There are more and more students like Tim.